Das Fest der Rettung - Ostern

frohe_ostern_by_friedbert_simon_pfarrbirefservice (c) Friedbert Simon in Pfarrbriefservice.de
Datum:
Fr. 26. März 2021
Von:
Agnes Peters

Leitartikel im April 2021 von Pfr. Erik Pühringer

Das Fest der Rettung – Ostern

 

Das Fest der Rettung – Ostern – das erscheint zum Zeitpunkt der Entstehung dieses Leitartikels ein gewagter Titel zu sein, da ein Ende der Bestimmungen rund um Corona noch nicht in Sicht ist. Und doch ist Ostern das Fest der Rettung – unabhängig von Corona.

 

In seiner Entstehung geht das Osterfest zurück auf das jüdische Pessach, in der Bibel Pascha genannt. Am Vorabend des Pessach wurde Jesus gekreuzigt und in der Nacht nach dem Pessach fand die Auferstehung statt. So sind die höchsten Feste der Juden und Christen miteinander verbunden, auch wenn der Anlass für das Fest im Christentum und im Judentum unterschiedlich ist. Beide Weltreligionen feiern, dass Gott die Menschen rettet, sie zum Leben befreit – und das gilt auch heute. 

 

Das jüdische Pessach ist die Erinnerung an die Rettung des Volkes aus der Gefangenschaft, die Befreiung aus der Sklaverei in Ägypten durch Gottes Handeln. Die Israeliten sollten ein Lamm schlachten, mit dem Blut die Haustüren markieren und das Lamm in den Familien essen. Das Blut an den Haustüren rettete sie vor der letzten Plage, die Gott an den Ägyptern ausführt. Dem Pessachmahl folgte die Befreiung aus der Unterdrückung der Ägypter, der Durchzug der Israeliten durch das Rote Meer. Anschließend folgte der Bundesschluss Gottes mit den Israeliten – Mose erhält von Gott die zwei Bundestafeln mit den 10 Geboten – und der Einzug in das gelobte Land, wo das Volk sesshaft wurde. Bis heute wird an Pessach die Erinnerung an diese Heilstat Gottes, an die Rettung und Befreiung seines Volkes aus der Unterdrückung vergegenwärtigt und in den Familien ein Lamm gegessen. Der Bund Gottes mit seinem Volk ist nicht gebrochen oder beendet, er besteht noch immer. Das, was damals galt, gilt auch heute – Gott rettet. 

 

Das christliche Osterfest greift das jüdische Pessach auf. Die Geschichte des Durchzugs durch das Rote Meer ist fester Bestandteil der Feier der Osternacht. Allerdings werden einzelne Elemente dieser Geschichte und des Pessach umgedeutet auf Jesus Christus. Er ist für uns Christen das Paschalamm. Beim Abendmahl, dem Pessachmahl Jesu mit seinen Jüngern, hat er dies angedeutet, als er zu Brot und Wein sagte, sie seien sein Leib und sein Blut, und dies zum Zeichen seines neuen Bundes machte. Das am Kreuz vergossene Blut Jesu befreit uns von Sünde und Schuld. Die von Gott bewirkte Auferweckung Jesu schenkt uns Anteil am ewigen Leben. Der Durchzug durch das Rote Meer wird in der Osternacht auch mit der Taufe verbunden. Wir werden in den Tod und die Auferstehung Jesu hineingenommen, von Schuld und Sünde reingewaschen und zum Leben befreit. An Ostern erinnern wir uns daran, vergegenwärtigen den neuen Bund Gottes, den Jesus mit uns geschlossen hat, und feiern das, was damals und auch heute gilt – Gott rettet. 

 

Und vielleicht kommt ja in diesem Jahr durch Corona noch eine weitere „Rettung“ dazu. Nein, ich glaube nicht, dass Corona ein Ende hat. Es ist ein Virus wie die Grippe, das in immer neuen Formen wiederkommt, die wir aber immer besser bekämpfen und damit unschädlicher machen können. Und doch kann Corona für uns zu einer Rettung werden, wenn wir in der Zeit der Einschränkungen und des Lockdowns entdeckt haben, auf was wir im Leben gut verzichten können und was wir wirklich zum Leben brauchen. Dann rettet uns Corona aus selbstgewählten unnötigen Abhängigkeiten und befreit von all den Dingen, die wir bisher als unverzichtbar angesehen haben, obwohl sie es nicht sind. Wir können wieder zu einem Leben finden, das von dem erfüllt ist, was wirklich wichtig ist. So erleben wir vielleicht unser persönliches Ostern, die Auferstehung zu neuem Leben, das Fest der Rettung.

 

In diesem Sinn wünsche ich Ihnen und Ihren Angehörigen nun das Fest der Rettung – frohe und gesegnete Ostern.

 

Wenn Sie wollen, können Sie die Freude am Fest der Rettung zum Ausdruck bringen und das Lied „Andere Lieder wollen wir singen, feiern das Fest der Befreiung.“, Gotteslob 828, singen. 

 

Ihr Erik Pühringer, Pfarrer

 

 

 

 

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