Höchste Zeit zum Aufbrechen

Aufbrechen (c) Sarah Frank, Pfarrbriefservice.de
Aufbrechen
Di 24. Sep 2019
Agnes Peters

Höchste Zeit zum Aufbruch

 

Was schreibt er denn jetzt schon wieder?!, werden Sie vermutlich denken. Aber es ist wirklich höchste Zeit, Neues zu wagen und auszuprobieren, wenn unsere Gemeinden in der GdG noch eine Zukunft haben sollen.

 

Warum aufbrechen und Neues wagen?

Vielleicht ist es Ihnen bisher nicht so sehr aufgefallen wie mir. Ich stelle immer deutlicher fest, dass die Messen an den Wochenenden leerer werden. Das Glaubenswissen der Eltern, die ihre Kinder zur Taufe oder Kommunion anmelden, ist auch nicht mehr so wie in früheren Jahren. Die Anmeldungen zur Erstkommunion und besonders zur Firmung gehen deutlich zurück, längst nicht mehr alle Kinder eines Jahrgangs lassen sich vorbereiten. Die Bereitschaft sinkt ebenfalls, ein Ehrenamt in unseren Gemeinden zu übernehmen oder sich ehrenamtlich in Gruppen und Kreisen zu engagieren. Einen GdG-Rat gibt es nicht mehr und in den wenigsten Gemeinden noch einen Pfarreirat, weil zu wenige kandidieren wollten. Das alles zeigt mir, dass es so nicht mehr weitergehen kann, wenn unsere Gemeinden eine Zukunft haben sollen.

 

Warum ist jetzt höchste Zeit?

Tja, auch wenn viele es nicht hören wollen und sich vielleicht nicht vorstellen können, aber es wird in absehbarer Zukunft kaum noch Hauptamtliche in unserer GdG geben. In den nächsten beiden Jahren werden unsere Gemeindereferentinnen eine Altersgrenze erreichen, so dass sie in den Ruhestand treten werden und die Vertragszeit von Dr. Innocent Dim ist dann auch abgelaufen. Unsere Pastoralreferentin erwartet im November ihr zweites Kind. Wird sie dann noch von Langerwehe nach Mechernich zur Arbeit pendeln? Und Pfr. Dörpinghaus steht kurz vor seinem 82. Geburtstag. Ersatz aus dem Bistum ist leider nicht mehr zu erwarten, denn überall fehlt ausreichendes Personal. Die uns noch verbleibende Zeit ist überschaubar, also höchste Zeit, Neues zu wagen.

 

Hat sich bisher nichts getan?

Es hat sich schon einiges getan, mehr als mancher vermutet, denn viele bisherige Aufbrüche und Versuche, Neues auszuprobieren, haben nur wenige mitbekommen. Aufbrüche sind zum Beispiel die ehrenamtlichen Wortgottesdienstleiter und Leiterinnen, die mit viel Engagement und Freude nun Woche für Woche ihren Dienst tun und so in vielen Gemeinden an einem weiteren Wochenende im Monat einen Gottesdienst ermöglichen. Ich denke auch an die kleinen Gemeinschaften, die sich monatlich treffen, ihre Gedanken zum Evangelium des kommenden Sonntags austauschen und so ihren Glauben ins Gespräch bringen. Auch der Bibelabend am 11.10. mit Pfarrer Arenz ist ein Neuaufbruch, der zu weiteren Bibelabenden führen kann. Und nicht zu vergessen die begeisternden und schwungvollen Gottesdienste von und mit Jugendlichen, die wir seit einigen Monaten in Nöthen feiern, auch wenn durchaus berechtigte Stimmen wünschen, dass noch viel mehr Eingefahrenes aufbrechen sollte. Die Backofengespräche und Tanznachmittage in Kalenberg sowie das Trauercafé sind Beispiele für weitere Aufbrüche, die sich in den vergangenen Jahren bewährt haben. Und doch könnte und dürfte noch viel mehr geschehen.

 

Und wo würden Sie gerne mitmachen?

Bleibt nun noch diese Frage: Wo würden Sie gerne mitmachen? Was fehlt Ihnen? Ich bin gerne bereit, mit Ihnen zu überlegen und zu planen, damit auch für Sie ein passendes Angebot möglich werden kann. Und vielleicht finden sich ja auch noch weitere Interessierte, die auf eine solche Idee nur gewartet haben und gerne mitmachen würden. Garantieren kann ich Ihnen, dass Sie nach Rücksprache mit mir gerne ihre Ideen ausprobieren dürfen. Den Erfolg jedoch kann ich leider nicht garantieren. Aber wenn wir es gar nicht erst versuchen, dann kann nichts Erfolg haben. Und wenn es bei den ersten Malen nicht wirklich gelingt oder schief geht, ist das nicht so tragisch. Rom ist ja auch nicht an einem Tag erbaut worden – dann überlegen wir eben weiter und verändern die bisherige Planung, vielleicht gelingt es ja dann.

 

Nur Mut, brechen wir auf und versuchen neue Ideen und Wege, unseren Glauben zu leben.

Ihr Erik Pühringer, Pfr.