Lagerfahne geklaut

Camp St. Agnes in Kerpen bei Hillesheim

Abschiedsfoto Camp St. Agnes 2019 (c) Foto: Frederik Dieker/pp/Agentur ProfiPress
Abschiedsfoto Camp St. Agnes 2019
Sa 27. Jul 2019
Agnes Peters

Mechernicher Kirchenjugendzeltlager Camp St. Agnes 2019 in Kerpen bei Hillesheim tauchte in mystische Zauberwelten – Gemeinsam mit Harry Potter den Kampf gegen das Böse in der Welt aufgenommen – Beim Quiddich-Endspiel brachte der Schnats die Entscheidung

Das Lagermotto war in diesem Jahr "Harry Potter"

Kerpen/Mechernich – Eine spannende Woche wie in Hogwarts verbrachten knapp 50 Christen – 37 Kinder und Jugendliche und elf erwachsene Betreuer – Anfang der Sommerferien auf dem Jugendzeltplatz Kerpen bei Hillesheim.

Das Lagermotto lautete Harry Potter und es wurde nicht nur aus den Büchern der Autorin Joanne K. Rowling abends am Lagerfeuer vorgelesen, es wurde auch ein Aktionstag begangen, an dem die Camp-St.-Agnes-Leute in vier Mannschaften gemäß der Hogwarts-Häuser Gryffindor, Ravenclaw, Slytherin oder Hufflepuff in sieben verschiedenen Disziplinen gegeneinander antraten.

Höhepunkt war das große Quidditch-Endspiel, in dem gegen Ende der Schnats ins Spiel geworfen wurde, gefangen wurde und dem Turnier ein Ende machte.

Harry Potter und seine Gefährten Ron und Hermine kämpfen in der Zauberwelt gegen das Böse an. Der ewige Wettstreit um ethisches oder verwerfliches Denken und Handeln, um das Zufügen von Leid und Schmerz oder das Heilbringen und den Nächsten lieben vermochte Jugendpfarrer Hardy Hawinkels, nach eigenen Angaben ein exzellenter Potter-Kenner, hinter den Büchern als christlich-religiösen Hintergrund herauszuarbeiten.

 

Spiel mit der Weltkugel

 

Und so baute der Theologe und Jugendseelsorger, der seit vielen Jahren jährlich für einen Tag Gast in den Mechernich-Bleibuirer Jugendzeltlagern „Camp St. Agnes“ ist, auch seinen Jugendgottesdienst im Lager Kerpen auf. Das heißt, Hawinkels besprach den groben Leitfaden mit den Kindern und Jugendlichen, die sich dann in Arbeitsgruppen um die weitere Vorbereitung kümmerten.

Die einen kreierten einen aus einem dreistämmigen Baum gebildeten Altar (Hawinkels: „Der schönste, den ich je hatte…“) und dekorierten den Platz rund ums Lagerfeuer als würdige Open-Air-Kirche. Andere kümmerten sich ums Gitarrenbegleitete Musikprogramm, wieder andere suchten Texte und Gebete aus, wieder andere formulierten die Fürbitten. Wie seit 25 Jahren Brauch, trugen am Ende alle alles zusammen und es wurde ein wirklich lebendiger und passender Gottesdienst daraus.

Um das Motto, die Welt retten, spielerisch ins Bild zu bringen, hatte Hardy Hawinkels einen aufblasbaren Globus mitgebracht, den die Lager- und Gottesdienstteilnehmer über ihren Häuptern balancierten und umherwarfen, ohne ihn zu Boden fallen zu lassen.

Die jährlich zwischen 30 und 50 Kinder und Jugendlichen zwischen neun und 17 Jahren, die mit ins Camp St. Agnes fahren, spielen und amüsieren sich dort nicht nur, sie übernehmen auch Aufgaben für die Allgemeinheit. Küchen- und Putzdienste sind ebenso zu versehen wie Nachtwache zu halten.

Letztere wechselt alle zwei Stunden während der Nacht, behütet den Schlaf der anderen, bewacht das Lager, unterhält das Lagerfeuer und sorgt dafür, dass niemand die Lagerfahne klaut. Es ist ein beliebter Sport unter Pfadfindern, aber auch sonst wie Zeltlagerkundigen, sich gegenseitig das kunstvoll bemalte Insignien-Banner zu stibitzen und erst gegen Pfand wieder herauszurücken.

 

Triumpf oder Schmach

 

Es gilt als Triumpf, wenn der Fahnenklau gelingt und als Schmach, wenn die potenziellen Fahnendiebe vorher von der Nachtwache ertappt werden. Nach mehreren Fehlversuchen in den vergangenen Jahren gelang diesmal der Zugriff auf die kunstvoll gestaltete Harry-Potter-Flagge einer Gruppe von Ehemaligen des Camp St. Agnes aus Bergbuir.

Nach dem Auslösen der Fahne gab es einen Kasten Getränke für die geschickten Fahnendiebe, die Minuten später allerdings feststellen mussten, dass die Frauen der Lagerküche ihre am Rand des Lagers abgestellten Autos inzwischen mit Klopapier eingewickelt hatten. So bekamen beide Seiten ihr Fett weg.

Die Stimmung war gut, die Zahl der Heimwehgeplagten überschaubar. Und auch diejenigen, die vielleicht zu Hause nicht mehr morgens, abends und zu den Mahlzeiten zum Beten angehalten sind, gewöhnten sich schnell an das christliche Prozedere des Camps St. Agnes, wo der Tag mit einer gemeinsamen Meditation beginnt und dem Vater unser zur guten Nacht endet.

Zum Betreuerteam um Diakon Manfred Lang gehörten in diesem Jahr Holger Stürmer, Anna Lang, Biggi Züll, Christine Roggendorf-Stürmer, Karl Peter Heimbach, Steffi Meyer, Andreas Kurth, Fabian Hensch, Noah Klinkhammer und Felix Lang.

pp/Agentur ProfiPress

Bilder vom Camp St. Agnes

So 28. Jul 2019
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