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Herzlich willkommen im Pastoralen Raum Mechernich
Herzlich willkommen im Pastoralen Raum Mechernich
Ostern heißt, das verschlossene Grab bricht auf – Auferstehung.
Ostern heißt bei Matthäus Aufbruch der Jünger nach Galiläa – zurück an den Ort des Anfangs ihrer Geschichte mit Jesus.
Ostern heißt, der gemeinsame Weg mit Jesus ist zu Ende - trauern.
Ostern heißt, durch die Erinnerung und das gemeinsame Erzählen den Glauben stärken und lernen, ihn weitergeben zu können – Aufbruch in eine unbekannte Zukunft mit einer neuen Aufgabe.
(Ausführlicher und mehr dazu vermutlich in der Predigt zu Ostern.)
Ostern 2026 heißt für mich aber auch, nicht mehr jede einzelne Gemeinde für sich zählt sondern der pastorale Raum Mechernich, den die vielen Gemeinden gemeinsam in ihrer Vielfalt und Lebendigkeit bilden. Und das ist nicht einfach nur ein anderer Begriff, sondern ein Aufbruch und eine grundlegende Veränderung. Vor einem Vierteljahrhundert hätte ich das nicht in meinen schlimmsten Träumen erwartet. Damals, 2000, als ich nach Mechernich kam, gab es zwei Messen am Wochenende in Mechernich und jeweils eine in Strempt und Vussem. Und in Strempt oder Vussem kamen damals so 70 bis 100 Gläubige zum Gottesdienst wie heute in Mechernich. Im Dekanat Mechernich gab es neben zwei Krankenhausseelsorgern, zwei Gemeindereferentinnen und sieben Priester. Für die Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände fanden sich immer ausreichend Ehrenamtliche, die kandidierten. In jeder der drei Gemeinden gab es einen eigenen Kirchenchor und viele Messdiener, Lektoren und Kommunionhelfer. Es war ein schönes, leichtes und einfaches Arbeiten mit den vielen Helferinnen und Helfern. Manchmal trauere ich diesen Zeiten nach. Gerne hätte ich sie wieder, doch es scheint eine Illusion vergangener Jahre zu sein, die so nicht mehr wieder kommen werden. Wenn ich die Tendenz der letzten 25 Jahre weiter fortschreibe, dann werden wir 2050 vielleicht noch die Kirchengebäude haben, aber für die Messen reicht die Alte Kirche in Mechernich locker aus, um alle Gläubigen zu fassen. Ein oder zwei Hauptamtliche wird es eventuell noch geben, die nur für den pastoralen Raum Mechernich tätig sind. Wahrscheinlicher ist es, dass sie noch zusätzlich andere Gemeinden oder Aufgaben haben werden. Ich finde, das ist keine gute Perspektive für mein Lebensende.
Es gibt für mich keine andere Wahl als Ostern ernst zu nehmen. Es kann und darf nicht mehr so weitergehen wie bisher – ich muss aufbrechen, das Grab, die alten kirchlichen Strukturen hinter mir lassen und eine mir noch unbekannte neue Form von Kirche und christlichen Lebens wagen. Ich darf (und muss) mich erinnern, wie ich zum Glauben gekommen und in ihm groß geworden bin. Zurück zu meinen Glaubensanfängen gehen bedeutet, die Geschichten des Neuen Testaments zu lesen und über die Worte Jesu und Gottes Handeln nachzudenken. Es heißt aber auch, mit anderen über das Gelesene, seine Bedeutung für mich und meinen Glauben zu sprechen, von ihnen ähnliches zu hören und dann gemeinsam die Zukunft – christliches Leben zu planen und immer wieder neu der Lebenssituation anzupassen. Ostern ernst zu nehmen heißt für mich, Kirche ganz neu zu denken, nicht als ein hierarchisches Dienstleistungsunternehmen sondern als eine basisorientierte Gemeinschaft mit unterschiedlichen Aufgaben und der Gemeinschaft dienenden Ämtern. Und dann kann ich wieder träumen von einer neuen Kirche, einer Gemeinschaft der Glaubenden
die sich gegenseitig im Glauben und im Leben unterstützt und bestärkt,
die vielfältig und lebendig ist, jede und jeden mit hinein nimmt,
die aus den Schriften Vergewisserung und Glaubenskraft schöpft
die zu den Gottesdiensten zusammenkommt und das zukünftige Ostern vorwegnehmend feiert, das Gastmahl des ewigen Lebens mit dem auferstandenen Herrn in der Gemeinschaft der Heiligen und aller, die uns den Glauben bis in unsere heutige Zeit weitergegeben haben.
In diese Zukunft will ich mit Ihnen aufbrechen. Kommen Sie mit, brechen wir auf in eine noch unbekannte Zukunft und lassen Sie uns gemeinsam entdecken und erleben, was wir uns wünschen: Frohe Ostern!
Ihr Erik Pühringer