Herzlich willkommen im Pastoralen Raum Mechernich
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Fastenzeit_umkehren_by_Friedbert_Simon_pfarrbriefservice (c) Friedbert Simon in Pfarrbriefservice.de

Kehre um! 

Fastenzeit_umkehren_by_Friedbert_Simon_pfarrbriefservice
Datum:
Do. 29. Jan. 2026
Von:
Agnes Peters

Kehre um! 

 


„Kehre um!“ – das klingt nicht wirklich nach einem guten Aufruf, das ist nicht unbedingt das, was ich hören will. Kehre um heißt doch, dass ich auf dem Holzweg bin, mich verrenne oder etwas falsch mache und in die Irre gehe. Nein, „Kehre um!“ ist eine freundlich heftige Kritik und alles andere als eine Einladung.

 


Vielleicht ist es ja nach einem Monat mal Zeit, die guten Vorsätze für das Jahr 2026 zu überprüfen. Was ist von ihnen geblieben, was schaffe ich und gelingt mir, was habe ich vergessen oder noch gar nicht begonnen? Vielleicht ist es besser, sie zu verabschieden und leichter zu erfüllende Vorsätze für die Mitte Februar beginnende Fastenzeit zu fassen? „Kehre um!“ könnte ein guter Anstoß sein.

 


Und doch lautet der Aufruf Jesu zu Beginn der Fastenzeit „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!“ (Mk 1,15). In der Verbindung mit dem Reich Gottes und dem Evangelium, Gottes Heilsbotschaft, wird das „Kehrt um!“ zu einer Aufforderung, uns Gott (wieder / neu) zuzuwenden. Wir dürfen hören und erfahren, dass Gott uns Menschen nicht verurteilt sondern im Gegenteil mit seiner unendlichen und unfassbaren Liebe aus allen Ängsten befreien will. Bis zum Ende der Osternacht wird uns dieses Handeln Gottes aufgezeigt und vor Augen geführt.

Die Lesungen der Osternacht enthüllen Gottes Heilshandeln an und für uns Menschen durch die Geschichte und bereiten den Moment des absoluten Heils vor, die Auferstehung von den Toten.

 


„Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!“ - das gilt auch mir. Ich darf mir Zeit nehmen, Zeit für Gott, in der ich etwas für meinen Glauben „tue“, mich also mit meinem Glauben beschäftige und Gott und sein Wirken in den Blick nehme. Das könnte für mich heißen, täglich einen kleinen Sinnabschnitt in der Bibel zu lesen und darüber nachzudenken, was das für mich heute bedeutet. (Ich empfehle das kurze Evangelium nach Markus, auch wenn es immer noch mehr Sinnabschnitte als die Fastenzeit Tage hat.) Das könnte für mich heißen, mir jeden Tag eine halbe Stunde für Gebet frei zu nehmen, vielleicht mich einfach nur in die Kirche zu setzen und die Stille auszuhalten. Oder den Kreuzweg oder den Rosenkranz zu beten. Das könnte für mich heißen, mir jeden Tag vorzunehmen, allen Menschen liebevoll zu begegnen, sie mit einem Lächeln zu begrüßen. Es könnte aber auch heißen, jedes Wochenende in der Fastenzeit eine Messe zu besuchen, – nicht für mich, denn ich mache es ja aus beruflichen Gründen schon immer –, und über das Evangelium oder die Predigt nachzudenken. Vielleicht sogar danach andere, in der Familie z.B. zu fragen, was ihnen wichtig geworden ist und ihnen meine Gedanken mitzuteilen, also zusammen darüber zu sprechen. (Bitte nicht diskutieren sondern einander zuhören und das Gesagte als mögliche Bereicherung oder Anregung stehen lassen.)

 


Ich weiß noch nicht, was ich mir für die Fastenzeit vornehme. Sicher ist im Moment nur, dass ich Gottes Einladung annehmen und wieder etwas von ihm neu entdecken möchte. Hoffentlich gelingt es mir, denn dann wird die Fastenzeit für mich zu einer Heilszeit, die mir Kraft gibt und neue Wege zeigt.

 


Was auch immer Sie sich vornehmen oder nicht, ich wünsche Ihnen eine gelingende Fastenzeit, die ihnen entweder gut tut, oder Mut macht, oder Spaß am Glauben schenkt oder den Glauben vertieft und stärkt oder mehreres gleichzeitig. Ich wünsche Ihnen eine gute Umkehr und Hinwendung zu Gott und den Menschen.

 

 Ihr Erik Pühringer