



© Friedbert Simon in Pfarrbriefservice.de
Herzlich willkommen im Pastoralen Raum Mechernich
Herzlich willkommen im Pastoralen Raum Mechernich
Wenn Sie sich einen Untertitel für Kirche ausdenken müssten, was würden Sie wählen? „Letzter Dinosaurier“ - „Gemeinschaft der Glaubenden“ - „Männerherrschaft“ - Haus Gottes – meistens leer“ - „Kommt und seht“ - „Überalterter Laden“ - „Leib Christi“ - „Klerikaler Verein“ - „Volk Gottes unterwegs“ - … Was wäre Ihr Text?
Ich würde gerne den Untertitel „Einheit in Vielfalt“ wählen. Er beschreibt für mich sehr gut Kirche, sowohl Vergangenheit wie Gegenwart und Zukunft, im Kleinen wie im Großen, Realität und Traum.
Einheit in Vielfalt – da klingt für mich die Unterschiedlichkeit der Jünger Jesu und der ersten Gemeindeentwicklung der jungen Kirche mit. Sehr unterschiedliche Charakterköpfe waren unter den Jüngern. Sie passten nicht zusammen, wenn es nicht Jesus gäbe, der sie in seine Nachfolge gerufen hätte. Die junge Kirche, durch die Verfolgung schnell verbreitet, ist für uns Deutsche chaotisch strukturiert. In Jerusalem war die Gemeinde das Urbild des Kommunismus, alle verkauften alles und hatten alles gemeinsam, mit der Konsequenz, dass sie auf Unterstützung anderer Gemeinden angewiesen waren. In Kleinasien und Griechenland lagen die Gründungen von Paulus, teilweise Gemeinden, die zusammenhielten, teilweise mit erheblichen Spannungen und Schwierigkeiten.
Alles aber war nur möglich durch die Entscheidung des 1. Konzils, dass Christen nicht erst Juden sein mussten. Jede Gemeinde war anders, wurde anders geleitet, von Männern und Frauen, und doch verband der gemeinsame Glaube alle.
Einheit in Vielfalt – das erlebe ich in unserer GdG und im KGV. Jede Gemeinde ist anders, angefangen von ganz verschiedenen Kirchen mit vielen Bildern oder ganz ohne. Aber auch mit ganz unterschiedlichen Gruppen und Kreisen, die zum Gemeindeleben dazugehören und es prägen. Die Einheit ist in den gemeinsamen Gremien und in den für alle „verantwortlichen“ Hauptamtlichen, pastoral wie kirchengemeindlich, zu finden. Und natürlich im gemeinsamen Glauben, auch wenn die Gottesdienstbesuche in anderen Kirchen vielen noch schwer fallen.
Einheit in Vielfalt – das ist mein Traum für den pastoralen Raum
St. Barbara Mechernich. Die Fusion der Pfarr- und Kirchengemeinden zu einer bedeutet nämlich nicht eine Gleichmacherei. Vielmehr ermöglichen die Orte von Kirche kirchliches Leben in einer großen Vielfalt und Unterschiedlichkeit. Es deutet sich schon jetzt an, dass ein Überblick, was es alles gibt, schwer sein wird. Gut, dass sich alle Orte von Kirche in der Vollversammlung des pastoralen Raums treffen und untereinander vernetzen können. So kann Einheit in Vielfalt entstehen, lebendig sein und bereichern.
Einheit in Vielfalt – das heißt aber immer auch, dass ganz viele Menschen mit ganz unterschiedlichen Begabungen und Berufen, in ganz unterschiedlichen Lebenslagen und Lebensaltern, mit vielfältigen Meinungen und Sympathien (Fans aller möglichen Sportarten und Vereinen z.B. ;-) ) zusammenkommen und Kirche, Gemeinschaft der Glaubenden, bilden. Und wenn dann viele Weniges in dieser Gemeinschaft machen, dann wird sie ein ganz buntes Mosaik oder Fenster sein, eine unendliche Vielfalt widerspiegeln, die doch eine Einheit bildet, weil das Band des Glaubens und der Liebe sie verbindet.
Ja, Einheit in Vielfalt, das passt für mich. Und sie wird dann lebendig, wenn auch Ihre Untertitel hinzukommen. Alle zeigen eine Vielfalt, die Einheit ist die Überschrift, die Kirche.
Ihr Erik Pühringer