Advent und Weihnachten unter Coronabedingungen

wichtig_1_by_peter_weidemann_pfarrbriefservice (c) Peter Weidemann in Pfarrbriefservice.de
Datum:
Di 27. Okt 2020
Von:
Agnes Peters

Leitartikel im Dezember von Pfr. Erik Pühringer

Advent und Weihnachten unter Coronabedingungen

 


Sah es zu Pfingsten schon so aus, als seien die Tage des Coronavirus´s gezählt, ist nun mit einem vorzeitigen Abebben der Krankheitswelle nicht zu rechnen. Zwar zeigt der erneute Lockdown im November schon erste Wirkungen, doch es ist nicht wahrscheinlich, dass schon Weihnachten „Normalität“ herrschen wird.

 


Was heißt das nun für das kirchliche Leben im Advent und der Weihnachtszeit?

Mit dem 1. Advent werde ich die Idee der Hauskirche weiterführen und Ihnen jedes Wochenende einen Gottesdienstentwurf für Ihre „Hauskirche“ auf der Homepage der GdG St. Barbara Mechernich zur Verfügung stellen. Idealer Weise würde die Hauskirche aus ca. 15 Personen bestehen, doch unter Coronabedingungen sind maximal 2 Haushalte als Teilnehmer möglich und sinnvoll. Letztlich ist die Personenzahl nicht entscheidend, sollte aber vier oder mehr betragen. Mit den Entwürfen können Sie im Familienkreis lebendig Gottesdienst feiern und gemeinsam den Glauben weiter entdecken, leben und vertiefen. Ich hoffe, dass diese Hausgottesdienste für Sie zu einer Bereicherung werden und die Coronazeit überdauern.

 


Die Gottesdienste am Heiligen Abend zwischen 16.00 Uhr und 19.00 Uhr haben in der Regel deutlich mehr Teilnehmer als zur Verfügung stehende Sitzplätze. Wenn jetzt unter Beachtung der Abstandsregelung nicht mal jeder 4. Platz genutzt werden kann, können Sie sich leicht vorstellen, dass selbst eine Verdreifachung der Gottesdienste keine ausreichende Alternative ist. Damit bliebe nur noch die Möglichkeit, mit Platzkarten zu arbeiten. Aber wer sollte dann einen Platz zugesprochen bekommen? Die, die jeden Sonntag kommen, oder die, die nur Weihnachten in die Kirche gehen und „den Gottesdienst dringend bräuchten“? Die (Groß-)Familien mit Kindern oder die Alleinstehenden, die die Weihnachtstage einsam verbringen (müssen)? Oder diejenigen, die viel spenden? Nur die, die sich das ganze Jahr in unseren Gemeinden engagiert haben? Die, die sich zuerst melden oder die am lautesten schreien? Egal welche Regelung angewendet würde, immer würde es zu Ärger und Streit führen, vor allem dann, wenn Plätze frei blieben, weil den Platzinhabern kurzfristig etwas dazwischen gekommen ist. Vom Weihnachtsfriede bliebe dann nichts mehr. Und wer wäre mit diesen Aussichten bereit, den an diesem Tag zwingend erforderlichen Ordnungsdienst zu übernehmen? Daher habe ich nach Absprache mit meinem Team und den Mitbrüdern entschieden, die Gottesdienste am Heiligen Abend unter Coronabedingungen nicht zu feiern. 

 


Als Alternative empfehle ich Ihnen den ARD-Gottesdienst oder die Gottes-dienste von EWTN. Zusätzlich werden in den Kirchen am Heiligen Abend verschiedene Gottesdienstmodelle in schriftlicher Form ausliegen, die Sie gerne mitnehmen und zu Hause im Familienkreis feiern können. Außerdem werden wir das jährliche Krippenspiel als Video auf die Homepage stellen. An den beiden Weihnachtstagen erhöhen wir das Messangebot von 2 bzw. drei auf sechs pro Tag. Erfahrungsgemäß sollte das mehr als ausreichend sein, um jedem Gottesdienstbesucher einen Platz bieten zu können. 

 


Ich weiß, dass diese Entscheidung zunächst bei vielen von Ihnen auf Ab-lehnung stößt. Doch welche Alternative fällt Ihnen ein? Sie sollte ausreichend Platz bieten für ca. 1000 Gottesdienstbesucher unter Coronabedingungen, also 1,5 bis 2 Meter Abstand zwischen unterschiedlichen Haushalten. Außerdem sollte sie sowohl den Lichtverhältnissen als auch jeder möglichen Wetterlage gerecht werden. Und schließlich sollte sie einen feierlichen Gottesdienst ermöglichen, zumal das gemeinsame Singen von Lieder bei einer 7 Tage Inzidenz von über 35 deutlich reduziert werden muss. Ich hoffe, dass Sie jetzt die Schwierigkeit nachvollziehen und meine Entscheidung verstehen und akzeptieren können.

 


Weihnachten 2020 wird leider ganz anders sein – und doch bleibt uns die Krippe. Damals war wegen der Volkszählung in Betlehem kein Platz mehr, dieses Jahr haben wir durch Corona nicht ausreichend Platz in unseren Kirchen – und doch findet Gott einen Platz, um Mensch zu werden, damals wie heute. So wünsche ich Ihnen die Erfahrung der Menschwerdung Gottes und ein gesegnetes Weihnachtsfest.

 

Ihr Erik Pühringer, Pfarrer

 

Vorlagen für die Hauskirchen finden sie unter :

 

 

 

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