Bleibuir, St. Agnes

Im wohl schon in der Römerzeit besiedelten „Bure“ hatte die Abtei Prüm Besitz.Über eine Kirche hier ist m Prümer Güterverzeichnis aus dem 9. Jh. nichts gesagt. Im Abgabenverzeichnis des Kölner Erzbischof ist der Ort Anfang 14. Jh. Als Pfarre im Dekanat Zülpich aufgeführt. Um 1300 gehörte Bleibuir dem Haus Schleiden als Voigt. 1327 übertrug Konrad Von Schleiden „Bleybuer“ mit dem Patronat über die Kirche dem Grafen Luxemburg. 1493 war Matthys von Bettingen Pfarrer. 1791 wurden die bis dahin zur Pfarre Olef gehörenden Orte Voißel, Wielspütz, Bescheid und Wallenthal nach Bleibuir eingepfarrt. Nach der französischen Revolution wurde 1804 die Pfarre unter Johann Victoris als Pastor dem Kanton Gemünd im Bistum Aachen zugeteilt. Bleibuir, Denrath, Schützendorf und Lückerath, bis dahin Pfarre Glehn, gehörten von da ab zu Bleibuir, dagegen kam Wallenthal zur Pfarre Dottel. Nach Wiederherstelung des Erzbistums Köln durch die Bulle De Salute animarum 18921 wurde der Kanton Gemünd umbenannt in Dekanat Gemünd. Zu ihm gehörte Bleibuir bis 1925, als das Dekanat Mechernich eingerichtet wurde. 1964 kamen die Orte Denrath, Heufahrtshütte und Stollenhütte zur Pfarre Strempt.

Bauten:

Pfarrkirche zur hl. Märtyrerin Agnes: Es ist unbekannt, ob die im 13./14. Jh. genannte Kirche das erste Gotteshaus in Bleibuir war. 1754 brannte die Kirche bis auf die Hauptmauern ab, wobei auch die Glocken schmolzen. Kurz danach ist sie aber wieder aufgebaut worden, zuerst zweischiffig, später wurde ein drittes Schiff hinzugebaut. 1868 wollte man die Kirche vergrößern. Wegen der schlechten Bausubstanz ging man  von diesem Vorhaben ab und beauftragte Vinzenz Statz mit dem Entwurf für einen Neubau. 1872 wurde der Plan genehmigt, dessen Ausführung Matthias Kolhey, Gransdorf, übernahm. Kreisbaumeister Schütte hatte die Bauaufsicht. Am 5. November 1873 wurde der Grundstein gelegt. 1898 wurde der Turm unter Bauleitung von Diözesanbaumeister Franz Statz errichtet. Wegen Kriegsschäden und Erdbeben 1953 wurde die Kirche unter Leitung von Wilhelm Rommé, Aachen, 1954 renoviert. Die Pläne zur Sicherung und Instandhaltung 1973/74 waren von Willi Schick, Kall.

Dreischiffiger Bruchsteinbau mit Chorgeviert und dreiseitigem Chorabschluss, die Kirche hat fünf Joche und einen vorgebauten dreischossigen Westturm.160 Sitz- und 200 Stehplätze.

 

Kapelle zur hl. Märtyrerin Barbara in Bergbuir

1901 gründete man im Ort einen Kapellenbauverein, um an Stelle der baufälligen Kapelle aus 1704 einen Neubau zu setzen. Durch den Krieg 1914-18 und die anschließende Geldentwertung konnte der Plan erst 1924 verwirklicht werden. Die Pläne für den Bau hatte Kreisbaumeister Carl Schmanck gemacht. Von den Bewohnern des Ortes wurde die Kapelle erbaut. Am 5. Dezember 1924 wurde sie benediziert.

 

Kapelle zur hl. märtyrerin Luzia in Lückerath

eigene Vermögensverwaltung im Verband der Kirche Bleibuir. 1187 bestätigte der Kölner Erzbischof Philipp von Heinsberg dem Kloster Steinfeld den Besitz eines Hofes in Lückerath. Die Ortschaft gehörte bis 1804 zur Pfarre Glehn. Die Kapelle ist aus dem Jahr 1718. 1961 und 1977 wurde sie instandgesetzt. Die Leitung der Arbeiten hatte zunächst Architekt Ernst, Zülpich. Einschiffer Bruchsteinbau, im Inneren Holztonnengewölbe mit flachen Stichkappen, mit dreiseitigem Chorabschluss und nach Osten vrogebauter, dreiseitig geschlossener Sakristei und Dachreiter über dem ungegliederten Westgiebel. 50 Sitz- und 80 Stehplätze.

 

Kapelle zum hl. Erzengel Michael in Schützendorf

Der Ort kam erst mit der Einrichtung des ersten Bistums Aachen (1804) zur Pfarre Bleibuir, bis dahin gehörte er zu Glehn. Die Kapelle aus 1783, ein einfacher Fachwerkbau mit Dachreiter, wurde 1959 abgetragen und im Freilichtmuseum Kommern wieder aufgebaut. Weil die Bewohner ihre Totenwache von da an in einem Wirtshaus hielten, gründeten sie einen Kapellenverein. Die Gemeinde schenkte diesem Verein Gelände zum Bau einer neuen Kapelle, die 1962-64 errichtet wurde nach Plänen von Willi Schick, Kall. Der Kapellenvereinübertrug 1965 die Kapelle der Pfarre Bleibuir.

Backsteisaalbau mit geradem Chorabschluss, Holzdecke, der ungegliederte Turm steht an der Nordwestecke. 30 Sitz- und 30 Stehplätze.

 

Kapelle zum hl. Antonius von Padua in Voißel

Das Stiftungsvermögen verwaltet die Kirchengemeinde Bleibuir. Der Ort kam 1791 von der Pfarre Ole an die Pfarre Bleibuir. 1846 beabsichtigten die Bewohner, an die Stelle von 1769 erbauten, ruinösen Kapelle einen Neubau zu setzen. Nach Genehmigung der erzbischöflichen Behörde wurde die von Werkmeister Heiliger entworfene Kapelle von den Bewohnern erbaut. 1873 war sie fertiggestellt und wurde im gleichen Jahr benediziert.

Saalbau mit Chor und dahinterliegender Sakristei. Dachreiter. 50 Sitz-und 50 Stehplätze.

 

Luftbild Bleibuir