Kallmuth, St. Georg

Der schon in der Frühzeit besiedelte Ort hatte nachweislich im 13. Jh. eine Burg. Wahrscheinlich gehörte zu ihr ursprünglich eine Kapelle, die später der Gemeinde zur Verfügung stand. 1414 wurde der zuständige Pfarrer von Weyer verpflichtet, zweimal wöchentlich hier die hl. Messe zu feiern. 1664 wurde anlässlich einer Visitation die alljährlich seit Jahrhunderten stattfindende sakramentale Prozession zur Georgspütz untersagt. 1784 konnte dank einer Stiftung ein eigener Vikar angestellt werden, der der Pfarre Weyer unterstand. Bei der Organisation des ersten Bistums Aachen 1804 wurde Kallmuth selbständige Pfarre mit den bisher zu Weyer gehörenden Orten Bergheim und Lorbach. Erster Pfarrer war Johann Edmund Schmitz, bis dahin Prämonstratenser in Reichenstein. Kallmuth gehörte zum Kanton Gemünd. Später kam Kalenberg von Dottel zur Pfarre Kallmuth. 1825 wurde Kallmuth dem Dekanat Steinfeld zugeteilt und 1925 dem Dekanat Mechernich. – Seit 1953 findet alljährlich am 1. Mai eine Reiterprozession statt. – Die Wallfahrt zum Gnadenbild (Pieta) ist jedes Jahr am Freitag nach dem 3. Fastensonntag.

St. Georg Kallmuth

Bauten

Pfarrkirche zum hl. Märtyrer Georg:

Von einer Kapelle aus dem 13. Jh. existiert heute noch der Turm, Pfingsten 1644 wurde sie von hessischen Truppen niedergebrannt. Drei Jahre später begann man mit dem Wiederaufbau, 1665 war er vollendet.  1861/62 wurde sie erweitert nach Plan des Meisters Breitenbenden. Trotzdem reichte sie für die Pfarre nicht mehr aus. Theodor Kremer, Köln, entwarf einen Neubau, der 1888 fertiggestellt war. Weihe am 12. Juli 1890. 1900 wurde die Zwiebelhaube des Turms aus 12./13. Jh. durch einen achtseitigen Helm ersetzt. 1926/27 wurde die Kirche durch den Maler Imand, Trier, ausgemalt, 1955 renoviert, Leitung Peter Salm, dabei bekam das Innere einen weißen Anstrich und die Chorfenster wurden zugemauert. 1971 neue Chorfenster, Paul Weigmann, Leverkusen. 1982 neu ausgemalt, Gangolf Minn, Brühl.

Vierjochige Hallenkirche mit breitem Mittelschiff und schmalen Nebenschiffen, Chorjoch in Breite des Mittelschiffs und halbrunde Apsis. Auch das nördliche Seitenschiff hat halbrunde Ostapsis. Vor flacher Ostwand des südlichen Seitenschiffes Sakristei an Nordwand des Chorjoch. Der vorgebaute viergeschossige Turm hat ein Glockengeschoss mit spitzen Giebeln an den vier Seiten, die in die achtseitige Haube übergehen. Rechts und links vom Turm Eingangshallen. – Ca. 160 Sitz- und 50 Stehplätze.

St. Georg Kallmuth - Innenansicht

Kapelle zur hl. Märtyrerin Barbara in Bergheim

Nach Kriegsende 1945 wurde ein Kapellbauverein gegründet. Die schlechten Wegverhältnisse machten es für ältere Menschen fast unmöglich, den Gottesdienst in der Pfarrkirche zu besuchen. 1953 wurde zum ersten Mal hl. Messe in der Schule gefeiert. Nachdem 1960 ein neues Schulgebäude errichtet worden war, erwarb 1965 die Pfarre die alte Schule. Nach mehreren Umbauarbeiten wurde das Gebäude 1985 neu gestaltet nach Plänen von Karl Pütz, Mechernich, und am 13. Oktober 1985 benidiziert. Im gleichen Gebäude ist ein Pfarrheim eingerichtet. Die Kapelle hat ca. 40 Sitzplätze.

Kapelle Bergheim

Filialkapelle zur hl. Familie in Kalenberg

1893 rief der Kalenberger Johann Leuwer den St.-Joseph-Verein e.V. ins Leben als Sammelverein für einen Kapellenbau. 1903 konnte der Grundstein der Kapelle gelegt werden und 1905 war die Benediktion. Die Pläne waren von Theodor Kremer, Köln. Am 17. Januar 1955 wurde die Filialgemeinde Hl. Familie Kalenberg von Bischof Johannes Pohlschneider gegründet und das Vermögen des St.-Joseph-Vereins dieser neuen Kirchengemeinde übergen. 1970 Sakristeianbeu, Werner Geyer. 1984-86 wurde Kapelle instandgesetzt nach Plänen von Karl-Josef Hausmann, Mechernich, und Gangolf Minn, Brühl, für die Ausmalung.

Einschiffiger Bruchsteinbau, drei spitzbogige Fensterpaare, dreiseitig geschlossener Chor. Die Kapelle ist kreuzgewölbt, auf dem Satteldach an der Westseite ein schlanker Dachreiter. 80 Sitzplätze.

Kapelle Kalenberg

Kapelle zu Maria, Mutter der immerwährenden Hilfe in Lorbach

Der Ort hatte zu Beginn der Jahrhunderts einen „Marianischen Kapellenbauverein e.V.“ 1906 war so viel Geld gesammelt, dass eine Kapelle gebaut werden konnte. August 1907 begann man mit den Arbeiten, ein Jahr später waren sie abgeschlossen, am 21. Juni 1908 feierte man den ersten Gottesdienst . Architekt Verbeek machte die Pläne für die Erweiterung 1960. 1986 wurde die Kapelle instand gesetzt . Dabei  erhielt sie eine Ausmalung nach Plan von Gangolf Minn, Brühl. – Die Kapelle ist Eigentum des Vereins.

Kapelle Lorbach