Communio dem Papst übergeben

Vor den Kameras des Osservatore Romano begegnen sich Papst Franziskus und Generalsuperior Karl-Heinz Haus. (c) Lars Gyr/pp/Agentur ProfiPress
Datum:
Di. 9. Nov. 2021
Von:
Agnes Peters

Generalsuperior Karl-Heinz Haus übergab Papst Franziskus in Begleitung einer zwölfköpfigen Delegation aus Mechernich das Gründungskreuz Mutter Marie Thereses und die Regel des Ordo Communionis in Christo, damit er Kirche und Welt aus der Krise führt

 

 

 

Ein historischer Augenblick: Papst Franziskus erhält Gründungskreuz, Ordensregel und Sendschreiben des am 8. Dezember 1984 in Mechernich gegründeten Ordo Communionis in Christo. Generalsuperior Karl-Heinz Haus (r.) legte die Gründung in die Hände des Heiligen Vaters, in der Mitte Pfarrer Dr. Robert Mutegeki als Dolmetscher. (c) Vatican Media/pp/Agentur ProfiPress

Communio dem Papst übergeben

Generalsuperior Karl-Heinz Haus übergab Papst Franziskus in Begleitung einer zwölfköpfigen Delegation aus Mechernich das Gründungskreuz Mutter Marie Thereses und die Regel des Ordo Communionis in Christo, damit er Kirche und Welt aus der Krise führt

Mechernich/Rom – Generalsuperior Karl-Heinz Haus hat am Mittwoch im Rahmen einer Spezialaudienz im Vatikan die Gründung der Communio in Christo persönlich in die Hände von Papst Franziskus übergeben.

Er tat das, indem er dem Heiligen Vater die Ordensregel des Ordo Communionis in Christo, ein Begleitschreiben in Italienisch und das goldene Umhängekreuz übergab, das Mutter Marie Therese am 8. Dezember 1994 bei der Gründung in Mechernich getragen hatte.

Generalsuperior Karl-Heinz Haus (88) kam damit einem persönlichen Auftrag der charismatischen Gründerin nach, die 1994 verstorben war und in Mechernich beigesetzt wurde. Der Aachener Bischof Dr. Helmut Dieser hatte das Treffen zwischen Generalsuperior Haus und dem Papst arrangiert.

Die von Mutter Marie Therese gegründete Communio in Christo versteht sich als Bestätigung des geistgewirkten Zweiten Vatikanischen Konzils. Außerdem sei sie das Instrument in der Hand des Papstes, um Kirche und Welt aus der gegenwärtigen Krise zu führen, so die Mystikerin Mutter Marie Therese, die bereits vor 40 Jahren in ihren tiefen Gottesbegegnungen Krise und Niedergang der Kirche und des Glaubens voraussah.

Die Begegnung zwischen Generalsuperior Karl-Heinz Haus und Papst Franziskus war außerordentlich herzlich. Pfarrer Dr. Robert Mutegeki dolmetschte in Italienisch. Nach der Übergabe sagte der Heilige Vater: „Vielen Dank, bitte beten Sie immer für mich und wir bleiben verbunden!“

Dem Generalsuperior vertraute Papst Franziskus außerdem an, dass er es „sehr schwer“ habe. Der Obere des Ordo Communionis in Christo versicherte dem Papst Gebet und Solidarität der weltweit verbreiteten und tätigen Communio mit Hauptsitz in Mechernich.

Mit dabei in der Audienzhalle des Vatikan war eine zwölfköpfige Communio-Delegation aus Mechernich, die während ihres Romaufenthalts im Gästehaus Santa Martha mit dem Papst unter einem Dach wohnte und zweimal mit ihm die Abendmahlzeit einnahm.

Darunter befanden sich der stellvertretende Generalsuperior Jaison Thazhathil, Schönstatt-Pater Rudolf Ammann, Sozialwerk-Geschäftsführer Norbert Arnold, Sonja Plönnes, die Heimleiterin der Sozialwerkseinrichtungen, die Ordensschwestern Rose und Lidwina sowie die Kapitelmitglieder Jürgen Fahnenstich und Bernd Uhlenbruch. Hinzu stießen drei weitere Communio-Angehörige aus Afrika, die in Rom leben und wirken.

 


Nächstenliebe als Erfüllung

 


In dem Sendschreiben an den Papst heißt es: „Wir legen hiermit die Gründung des Ordo Communionis in Christo in Ihre Hände. Die Gründerin war nach unserer Überzeugung eine mit einem außerordentlichen Charisma begabte, vom Zweiten Vatikanischen Konzil geprägte Mystikerin, die sich selbst geringachtete und vor Gott leer wurde, um seinen Willen zu erfahren und kundzutun in vielen Schriften und in der Gründung eines Sozialwerkes für die Ärmsten der Armen mit derzeit etwa 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.“

„Dieses Charisma sucht den Papst“, schreibt Mutter Marie Therese in ihrem letzten von 26 Büchern („Ich bitte Dich, o heilige Kirche“): „Ihm ist die Verantwortung auferlegt, den Geist zu erkennen und ihm zu gehorchen, auch wenn er in dem Allerschwächsten um Gehorsam bittet.“ Denn die Liebe zum Nächsten sei die Erfüllung der Liebe zu Gott. So bezeugte es Mutter Marie Therese ihr Leben lang.

In der Mechernicher Kommunität des Ordo Communionis in Christo, so heißt es weiter in dem Brief an den Papst, werde seit vielen Jahren jeden Morgen das vorgelesen und meditiert, was Papst Franziskus bei den Eucharistiefeiern, vor den Angelus-Gebeten an den Sonntagen und bei den Generalaudienzen gesagt habe.

„An jedem Tag sind wir neu beeindruckt vom inhaltlichen Gleichklang zwischen Ihren Worten und den Aussagen unserer Gründerin“, so Generalsuperior Karl-Heinz Haus zum Heiligen Vater: „Wir sind davon überzeugt, dass in Ihnen der gleiche Geist wirkt.“

Zu der von Christus ins Leben gerufenen Kirche seien alle Menschen eingeladen, im Sinne des Konzils auch die Angehörigen anderer Konfessionen und Religionen. Diese Einheit sei nicht zu erreichen durch Gesetze und Verordnungen, sondern nur durch gelebte Liebe: „Communio in Christo, Heiliger Vater, ist ein Weg für alle. Sie sollen in Christi Namen und in seiner Liebe alle in diese Gemeinschaft mit ihm einladen!“

pp/Agentur ProfiPress

Die Delegation der Communio in Christo aus Mechernich im Petersdom. (c) pp/Agentur ProfiPress
Generalsuperior Karl-Heinz Haus (88) und sein Stellvertreter Pfarrer Jaison Thazhathil am Grabe Papst Johannes XXIII. (c) Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress