Gemeindereferentin Maria Jentgen

geht in den wohlverdienten Ruhestand....

Maria Jentgen (c) GdG Mechernich
Di 14. Apr 2020
Agnes Peters

Liebe Gemeindemitglieder!

 

Ich freue mich darauf, Sie kennen zu lernen, viele neue Kontakte zu knüpfen und eine gute Zusammenarbeit zu fördern“!

Genau diesen Satz schrieb ich Ihnen vor 17 Jahren, als ich am 1. Juni 2003 in Mechernich meine Stelle als Gemeindereferentin antrat. Schon in meiner Vorstellung im Pfarrbrief wies ich darauf hin, dass ich mit ganzem Herzen diese Stelle ausfülle. Hieran hat sich in den vergangenen 17 Jahren nichts geändert.

Wenn ich meine Zeit Revue passieren lasse, dann blicke ich auf viele Begegnungen, Arbeitskreise, Treffen zurück, die für mich selber sehr bereichernd waren und wo ich viel lernen durfte.

 

Bis Ende 2008 war ich jeweils zu 50% Krankenhausseelsorgerin und mit 50% in der Pfarre zuständig. Für mich erwies sich diese Regelung als nicht gut, da ich doch innerlich dabei zerrissen wurde. Mein Herz hing an der Begleitung von Kranken und Sterbenden wie auch an den Gesprächen mit dem Pflegepersonal. Mein Herz hing aber auch an den pfarrlichen Tätigkeiten. So entschloss ich mich nach einem Krankenhausaufenthalt dazu, ganz in die pfarrliche Tätigkeit zu wechseln. Sie wissen alle selber, dass meine arbeitsmäßigen Schwerpunkte in der Familienpastoral, Caritasarbeit, Kranken und Trauerseelsorge sowie in spirituellen Angeboten lagen.

 

Wenn ich an die Arbeit mit dem Familienmesskreis denke, spüre ich heute noch Freude im Herzen. Ich erinnere mich gerne an die vielen Gottesdienste die wir zusammen ausgearbeitet haben, an die Adventsreihen und vieles andere, was Kindern wie Erwachsenen Freude bereitete. Vor allen Dingen aber freue ich mich heute darüber, dass dieser Kreis immer noch existiert und heute das meiste mit viel Zeitaufwand alleine gestaltet. Gerade jetzt ist es wichtig, dass junge Familien angesprochen werden.

Gerne denke ich an die vielen Begegnungen mit Menschen zurück, die bereit waren, einen Teil ihrer Zeit für andere einzusetzen, Kranke zu besuchen, Angehörige zu entlasten. In diesem Kreis arbeiteten Menschen über viele, viele Jahre selbstlos mit, bis zu dem Zeitpunkt, dass der verschärfte Datenschutz eingeführt wurde. Immer hatte ich einen hohen Respekt vor ihrer Arbeit.

Ich glaube, von einer überdurchschnittlich guten Zusammenarbeit zwischen unserer Pfarrcaritas und des regionalen Caritasverbandes sprechen zu dürfen. Fast wöchentlich hatte ich mit der allgemeinen Sozialberatung und der Schuldnerberatung der Caritas Schleiden Kontakt. Und auch hier konnten wir manch einem helfen, wieder ein geordnetes Leben führen zu können.

Ergänzend hierzu kam dann meine Tätigkeit in der Mechernich Stiftung. Mit meinen Kolleg*Innen in dieser Stiftung war und wird hoffentlich noch vieles möglich sein.

 

Ich denke an die vielen Frühschichten, die ich in der Vergangenheit während des Adventes und Fastenzeit gestaltet habe. Ohne die Hilfe von treuen Helfern, die z.B. schon die Kirche herrichteten oder das Gebet musikalisch begleiteten, wäre es nicht alles möglich gewesen. So aber, waren sie eine Bereicherung.

Und natürlich denke ich an meine Beerdigungen, meine Trauerarbeit, das Trauer Café. Nie hätten wir es für möglich gehalten, dass so viele Menschen zu unserem Trauer Café kommen. Dank der vielen ehrenamtlichen Helfer*Innen ist es möglich, jeden Monat ein anspruchsvolles Trauer Café zu gestalten.

Mit ganzem Herzen habe ich mich in die Trauergespräche und auch Beerdigungen begeben. Es war mir immer wichtig, dass die Verstorbenen eine würdevolle Bestattung bekamen und die Angehörigen auch für sich gut Abschied nehmen konnten.

 

Bei meinem Schreiben merke ich, wie vieles ich Ihnen allen noch gerne sagen möchte.

Ja, 17 Jahre, dass ist eine lange Zeit. Von mir aus darf ich sagen, ich habe mit ganzem Herzen in Mechernich gearbeitet.

Ich weiß auch, mit Abstand betrachtet, dass ich manchen Fehler gemacht habe. Nicht bewusst, aus damaliger Sicht sicher als richtig erkannt, aus heutiger Sicht würde ich manches anders machen.

So möchte ich hier an dieser Stelle allen Menschen danke sagen, die mit mir zusammengearbeitet und diskutiert haben, die Menschen aber auch um Verzeihung bitten, die ich unbewusst verletzte.

Für mich bricht jetzt eine neue Lebensphase an was nicht bedeutet, dass ich nicht weiter Kirche mitgestalten möchte. Der Glaube ist mir wichtig. Eines aber ist mir auch klar: Nicht wir sind es, die diese Kirche erhalten, Gott ist es.

So wünsche ich Euch allen Hoffnung auf eine Kirche, die irgendwann auf Augenhöhe zusammenlebt

 

L`Chaim! Auf das Leben…

 

Seid behütet

 

eure Maria Jentgen

 

 

Verabschiedung Maria Jentgen

Am 31.5. endete die Arbeitszeit von unserer Gemeindereferentin Maria Jentgen. Bedingt durch die Auflagen wegen des Corona-Viruses ist zur Zeit eine angemessene und würdevolle Verabschiedung nicht möglich. In Absprache mit Maria Jentgen wird diese zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

Gleichwohl möchte ich in aller Kürze auch schon an dieser Stelle ihr einen herzlichen Dank für die gute und langjährige Zusammenarbeit aussprechen. Maria Jentgen hat viele Impulse und neue Ideen in die Pfarrgemeinden der GdG St. Barbara Mechernich gebracht und verwirklicht. Vor allem ihre Sorge um Menschen in Ausnahmesituationen war gelebtes Evangelium – in der Caritasarbeit, in der Trauerarbeit und in der Notfallseelsorge stand Maria Jentgen vielen Menschen hilfreich zur Seite. Dafür und auch für alle anderen Tätigkeiten ein herzliches

Vergelt´s Gott. Für den wohlverdienten Ruhestand wünsche ich ihr viel Gesundheit und Freude im Kreis ihrer Familie.

Mehr und ausführlicher dann bei der Verabschiedung.

Erik Pühringer, Pfr.

 

Maria Jentgen verabschiedet sich

Liebe Gemeindemitglieder, jetzt bin ich schon seit dem 1. Juni im Ruhestand habe mich aber von Ihnen noch nicht verabschieden können.

Mir selber ist es wichtig, nicht nur einen netten Text in den GDG Boten zu setzen, nein, ich möchte Ihnen gerne in einem Gottesdienst Auf Wiedersehen sagen. Normalerweise wäre ein Gottesdienst in Mechernich angedacht , aber Corona bedingt dürfen ja nicht so viele Menschen in eine Kirche. Darum verabschiede ich mich

am 15.8. um 17.30 Uhr in Nöthen und um 19.00 Uhr in Vussem

am 16.8. um 9.15 Uhr in Holzheim von Holzheim und Harzheim

am 22.8. um 17.30 Uhr in Eiserfey und um 19.00 Uhr in Weyer

am 23.8. um 10.45 Uhr in Mechernich auch von Strempt und Roggendorf

 

Ich freue mich darauf, Sie vielleicht in einem Gottesdienst zu sehen.

 

Ihre Maria Jentgen